North Conway - Warren - Waits River - Waterbury - Charlotte

Ja, nachdem Jürgen gestern so brav aufgegessen hat passt heute der Wetterbericht: strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel. Die Autos sind mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Während Jürgen sich mal wieder rasiert bzw. den Bart abkratzt fällt Monika ein, dass wir ja gar keinen Eiskratzer haben. Der ist dann aber gar nicht nötig, denn bis wir gefrühstückt haben hat die Sonne schon ihr Werk vollbracht und alles abgetaut.

Zur Feier des Tages genehmigt Monika sich die Blaubeer-Pfannkuchen während Jürgen nicht mal seine Spiegeleier schafft. Die Wochenportion Pasta liegt ihm immer noch im Magen.

Lake Arminston - Foliage
Lake Arminston

Heute wartet also Vermont auf uns. So starten wir bei bestem Wetter und steuern erst mal wieder den bereits bekannten Kancamagus Highway an. Heute fahren wir aber nur durch. Trotzdem ist es wieder grandios, die nun bereits bekannte Strecke zu fahren und die herrlichen Farben zu genießen. 

Über eine kleine Landstraße setzen wir unsere Fahrt nach Westen fort. In Warren sehen wir zum ersten mal eines der klassischen Neu-England Motive: Eine schneeweiße Kirche und davor einen leuchtend roten Baum. Da lacht Jürgens japanisches Herz. Neben der Kirche steht dann noch eine Besonderheit: Eine ebenfalls strahlend weiße Jupiter-C-Rakete aus den 50-er Jahre. Einer der beim Bau beteiligten Ingenieure kam aus Warren und hat sie seinem Heimatort gestiftet. Das ist schon ein skurriler Anblick. 

Warren - Kirche mit Jupiter C-Rakete
Stilleben in Warren

Durch herrliche Wälder und immer mehr Farmland nähern wir uns der Grenze zu Vermont. Bei Piermont (hier gibt’s keine Kirschen sondern Kürbisse en masse) überqueren wir den Connecticut River der hier die Grenze zwischen den beiden Bundesstaaten bildet. Diese Flußüberquerung strapaziert die Nerven von Monika etwas: Im Abstand von wenigen hundert Metern müssen erst die Kürbisse fotografiert werden, dann die Brücke, dann der Fluss und dann auch noch das Vermont-Schild. Ihr Vorschlag lautet: Jürgen soll mal am besten zu Fuß voraus gehen und alles fotografieren. Sie fährt mittlerweile mit dem Auto gaaanz langsam hinterher. 

Waits River

Hier in Vermont ändert sich die Landschaft nun rapide. Hier sind mehr sanfte Hügel als Berge und dadurch auch viel mehr Farmen, die die Landschaft prägen. Eines bleibt aber unverändert. Die Farbenpracht der Bäume. Im Orange County machen die Bäume dem Namen der Gegend alle Ehre und strahlen in satten Farben. 

Über das schöne Waits River und vorbei an der Hauptstadt von Vermont, Montpelier, steuern wir jetzt Waterbury an. Dort befindet sich der Firmensitz von Ben&Jerry’s, der legendären Eisfirma.

Vom Tellerwäscher zum Millionär,

eine typisch amerikanische Geschichte

Die Geschichte beginnt in einer Sportschule in Merrick, Long Island. Die beiden Jungs Ben Cohen und Jerry Greenfield rennen gerade rund um das Sportfeld. Beide hassen das laufen, aber sie lieben gutes Essen.

1978 entscheiden sie, dass sie gemeinsam geschäftlich tätig werden. Sie belegen einen Kurs, der gerade mal 5 Dollar pro Person kostet. In diesem Kurs erfahren sie ein wenig über die Herstellung von Speiseeis. Mit dem Diplom des Kurses und 8.000 Dollar aus ihrer Lebensversicherung wandeln sie eine alte Tankstelle in Burlington in den ersten Ben & Jerry’s Eisladen um.

Sie benutzen zur Herstellung des Eises nur frische Vermont-Milch, die besten Nüsse, Früchte, Karamel und Kekse. Es dauert nicht lange, und die Warteschlange ihres Eisladens reicht bis über  die Tür hinaus. Und das ist erst der Anfang ihrer Firmengeschichte.

Schon bald wurden weitere Läden in der Umgebung eröffnet. Das Geschäft florierte weiter und weiter. Mittlerweile wird das Eis bereits nach Großbritannien, Frankreich, Japan, Israel, Kanada und Holland exportiert. Leider nicht nach Deutschland !!

Wir nehmen an einer Besichtigungs-Tour durch die Fabrik teil. Zuerst sehen wir einen Film über die Geschichte und die Firmenphilosophie und dann wird uns die Produktion gezeigt und erklärt. Zum Abschluß gibt’s noch eine Verkostung zweier Eissorten. Am Ausgang befindet sich natürlich ein Gift Shop und vor allem Jürgen schlägt wieder gnadenlos zu.

Waterbury - Ben & Jerry

Ben & Jerry's

Wieder draußen reihen wir uns in die Schlange vor dem Eisverkauf ein. Nach 15 Minuten sind wir dran und bestellen uns „Totally Nuts-Dilbert’s World“ und „Phish Food“ für Jürgen bzw. „Cherry Garcia“ und „Purple Passion Fruit Sorbet“ für Monika. Diese verrückten Namen sind Programm. Bei immer noch strahlendem Sonnenschein genießen wir unser Eis. Während wir unser Eis schlabbern wird die Schlange vor dem Verkauf immer länger. An der Ein-/Ausfahrt zum Parkplatz regelt inzwischen der Sheriff den Verkehr.

Nun ist es aber Zeit, unser Quartier in Charlotte am Lake Champlain, aufzusuchen. Nach kurzer Verwirrung finden wir unser B&B für die nächsten 2 Tage: Das „Inn at Charlotte“. Das B&B hat Jürgen wieder übers Internet gefunden und gebucht. Es wird von Liz Ellinger, einer Asiatin mit deutschstämmigen Ehemann, geführt. Unser großes Zimmer liegt direkt am, leider ungeheizten, Pool.

Wir rasten nur kurz und fahren noch zur Vermont Teddy Bear Company die ganz in der Nähe ihren Sitz hat. In einer theaterreifen Vorstellung wird uns die Geschichte des Teddybären im allgemeinen, die typisch amerikanische Geschichte der Firma und die Herstellung eines Teddybären gezeigt. Ein Besuch hier lohnt sich wirklich! Im angeschlossenen Verkaufsraum streunen wir wieder um die Bären herum. Aber sie sind immer noch zu teuer und wirklich nichts für kleine Kinder, schon eher für Sammler. 

Burlington - Lake Champlain
Lake Champlain

Zum Abschluß des Tages fahren wir noch nach Burlington, der größten Stadt von Vermont, am Lake Champlain. Dort spazieren wir durch die schöne Fußgängerzone mit ihren Backsteinhäusern und genießen vom Battery Park aus den Blick auf den See, die langsam untergehende Sonne und den Anblick der Adirondack Mountains im Hintergrund.

Auf dem Heimweg stürmen wir noch schnell ein Fast-Food-Lokal und fallen dann völlig erschöpft in unsere Betten und wollen schlafen. Morgen lassen wir es ruhiger angehen!

Wetter
Unterkunft Inn at Charlotte B&B
32 State Park Road, Charlotte, VT, 05445
Restaurants

Friendly's
1184 Shelburne Road, South Burlington, VT, 05401

Route North Conway - SR16 - SR112 (Kancamagus Highway) - SR118 - Warren - SR25C - SR25 - Waits River - US302 - I89 - SR100 - Waterbury - SR100 - I89 - Burlington - US7 - Shelburne - US7 - Charlotte
weitere Links Montpelier Seite von Vermonts Haupstadt
Shelburne Farms Information über die "Working Farm"
Discover Burlington City Guide für Burlington, VT

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 15. Januar 2004