Boston

Unser Hotel für den Aufenthalt in Boston ist aus dem Jahre 1891 und vor kurzem komplett renoviert worden. Mittlerweile ist es ein richtig chicer Schuppen geworden.  Alles strahlt gediegenes Altertum aus. 

Boston - Public Library

Public Library

Wir haben sehr unruhig geschlafen. Bereits um 5:00 Uhr morgens schlägt die innere Uhr Alarm, wir sind putzmunter. Klar, denn in Deutschland wäre es eben schon 11:00 Uhr. Da sind dann selbst wir ausgeschlafen.  Nachdem es draußen noch dunkel ist, fangen wir an Pläne für die nächsten Tage in Boston zu schmieden. Im Fernsehen suchen wir nach einem Wetterbericht und werden auch gleich fündig. Die Vorhersage:  80°F, humid and muddy. Auf Deutsch: 26°C, schwülwarm.

Kurz nach 7 Uhr stürmen wir dann das Hotel-Cafe und frühstücken. Um 8 Uhr sind wir bereits gestiefelt und gespornt und können mit unserem Urlaub beginnen. Nun steht die Eroberung von Boston, der Hauptstadt von Massachusetts auf dem Programm. Von seinen Bewohnern, den Bostonians, auch „The Hub“ (Mittelpunkt, Zentrum) genannt.

Als erstes steuern wir die U-Bahn-Station der MBTA an und fahren einige Stationen bis zur Boylston Street.  Man sieht der U-Bahn an, dass sie die älteste in Nordamerika ist und aus dem Jahr 1897 stammt. Die Züge der von uns benutzen Green Line sehen aus, wie die alten Straßenbahnen aus München. Man muss vom Bahnsteig in die hohen Zügen richtig raufsteigen.

Boston Common

Boston Common

Boston - Public Garden

Public Garden

Am Zielbahnhof angekommen, starten wir mit unserem Programm für den ersten Tag. Über den Boston Common, einem Stadtpark der bereits zu Beginn des 17 Jahrhunderts  angelegt wurde, suchen wir den Public Garden auf.  Durch den öffentlichen Park  spazieren wir entlang des großen Teichs, der berühmt für seine Schwanen-Boote ist, zur „Make Way For Ducklings“-Statue. Hier stehen die Bronzestatuen der Enten aus einer wunderbaren Kindergeschichte die hier in Boston spielt.

Vorbei an der Statue von George Washington, dem 1. US-Präsidenten, kommen wir zur Arlington Street. Hier beginnt die „Back Bay“, jenes Stadtviertel dessen Land erst ab 1857 aufgefüllt wurde. Vorbild für die Bebauung des Viertels war Paris mit seinen breiten Boulevards und  der strikten Einhaltung der Achsen. Durch die breite Allee der  Commonwealth Avenue und die Dartmouth Street mit ihren viktorianischen Stadthäusern gelangen wir wieder zum Copley Square.  Dort bewundern wir das faszinierende Spiegeln der Trinity Church in der Fassade des John Hancock Tower. Nach einer kleinen Pause in der Trinity Church (1873-1877) überqueren wir den Copley Square und sehen uns die Boston Public Library an. Sehr schön sind hier das Treppenhaus aus Marmor und die Bates Hall, der öffentliche Lesesaal mit Hunderten der typischen Leselampen aus Messing und grünem Glas

Boston - Prudential Tower und Copley Place
Copley Place-Komplex (Vordergrund) und Prudential Tower (Hintergrund). Der Pfeil markiert das Copley Square-Hotel

Nächste Station ist der „Copley Place“-Komplex. In diesem Koloss sind mehrere Hotels und  Einkaufszentren unter einem Dach versammelt. Über eine geschlossene Fußgängerbrücke, gelangen wir in das Prudential Center. Auch hier sind wieder Hotels und Einkaufszentren unter einem Dach vereint. Für uns bietet sich aber 2x das gleiche Bild: Am Montag morgen um 9.30 Uhr ist hier noch Tote Hose. Viele Läden öffnen sogar erst um 10 Uhr. Zum Trost wollen wir den Skywalk im 52. Stock des Prudential Tower besuchen. Aber auch hier kein Erfolg, der öffnet erst um 10.30 Uhr! Das kommt davon, wenn man zu früh aufsteht!! Um 10 Uhr vormittags haben wir nun das komplette Tagesprogramm bewältigt. Was tun? Ganz einfach: Mit dem Programm für den 2. Tag weitermachen. 

Also spazieren wir durch die „Einkaufsmeile“ der Back Bay, der Newbury Street, und den Public Garden wieder zum Boston Common. Quer durch den Park gehend, sehen wir schon die goldene Kuppel des Massachusetts State House. Als wir uns nähern bemerken wir, dass der Haupteingang von Polizei bewacht wird und von Kamerateams umstellt ist. Außerdem wehen die Fahnen auf Halbmast. Was ist denn hier los? Wir haben es nicht erfahren und werden es auch nie erfahren. Über einen Seiteneingang gelangen wir in das Gebäude. Das Innere des State House ist ernüchternd. Ein typisches Bürogebäude. Am Seiteneingang der anderen Seite gibt’s dann noch einen Schnappschuss von Jürgen mit dem „Nationalheiligen“ von Massachusetts, John F. Kennedy. 

Beacon Hill und Charles River

Wir setzen unseren Spaziergang dann hinter dem State House fort und gelangen in das ehemalige Nobelviertel „Beacon Hill“.  Hier lebten Ende des 19 Jahrhunderts die Banker, Kaufleute und Ärzte. Und noch heute sind die edlen Backsteinfassaden und gepflasterten Straßen anziehend für die gehobene Schicht. Hier in dem Viertel um den Louisbourg Square, die Chestnut und Mt. Vernon Street fühlt man sich irgendwo in Europa aber auf keinen Fall in Amerika.  

Boston - Acorn Street in Beacon Hill

Acorn Street in Beacon Hill

So langsam bekommen wir Hunger. Damit wir etwas Amerika-Feeling bekommen und gleichzeitig etwas gegen Hunger und Durst tun können, stürmen wir den McDonald's in der Park Street am anderen Ende des Boston Common. Dies sollte der erste von insgesamt 2 Besuchen während unseres Urlaubs bleiben.  

Nun fahren wir zur „South Station“.  Dort bewundern wir die wunderbar renovierte Halle des AMTRAK-Bahnhofs. Rund um die Halle mit den Cafè-Tischen gruppieren sich Imbissstände, Buchhändler usw. usw. Das ganze aber in einem sehr sauberen und gepflegtem Zustand. Nach einem Anruf zu Hause betreten wir den Bahnhofs-Vorplatz. Dort werden wir von einer riesigen Baustelle empfangen. Diese Baustelle ist Bestandteil des „Big Dig“. Die Stadt Boston verlegt nämlich die quer durch die Stadt führende 6-spurige Autobahn unter die Erde. Dann natürlich mit 8 bis 10 Spuren!! 

Unser nächstes Ziel ist das Computer Museum am Fort Point Channel. Dort angekommen erleben wir aber eine böse Überraschung: Das Museum hat während der Wintersaison Montags geschlossen! So ein Mist. Nach kurzer Verschnaufpause beschließen wir mit einem Teil des „Freedom Trail“ zu beginnen. Jenem (Touristen-)Pfad durch Boston, an dem sich die wichtigsten historischen Gebäude befinden. Dieser Pfad ist leicht an der roten Linie auf der Straße zu erkennen. Man braucht immer nur der roten Linie zu folgen, schon wird man auf mehreren  Kilometern durch die Stadt geführt und kommt an jeder historisch bedeutenden Stelle vorbei.  

Na gut, runter in die U-Bahn und ab zur Station Haymarket. Durch die Union Street, vorbei am ältesten Restaurant der Stadt „Union Oyster House“, unterqueren wir die Stadtautobahn, die auf den schönen Namen „John Fitzgerald Expressway“ hört. Auch hier landen wir wieder in einer Großbaustelle. Am anderen Ende angekommen befinden wir uns nun in North End. Dieses alte Wohnviertel mit seinen charakteristischen Backsteinhäusern ist fest in italienischer Hand.

Boston - Old North Church

Old North Church

Nun setzen wir den Weg auf dem Freedom Trail fort und besichtigen die „Old North Church“. Diese Kirche ist im typischen Neu-England-Stil errichtet. Der Korpus der Kirche ist dabei ein Backsteingebäude, gekrönt von einer schneeweißen Spitze aus Holz. Die Kirche spielte eine entscheidende Rolle im Unabhängigkeitskampf. Die „Rebellen“ wurden informiert, dass die englischen Truppen ein Waffenlager in der Nähe von Boston bei Concord ausheben wollen. Die Rebellen postierten 2 Reiter auf die Nordseite des Charles River und vereinbarten ein Zeichen für den Weg den die Engländer nehmen: 1 Licht bedeutete „über Land“, 2 Lichter dagegen „über Wasser“. Diese Lichter brannten natürlich auf der Old North Church. 

An einem alten Soldatenfriedhof vorbei, marschieren wir über die Charlestown Bridge. Auf der anderen Seite liegt das alte Schlachtschiff „USS Constitution“. Beim Schiff angekommen werden wir von einer riesigen Menschenschlange empfangen. Diese raubt uns die letzte Motivation, uns das Schiff anzusehen. Mittlerweile beginnen die Strapazen des heutigen Tages zu wirken. Wir sind komplett erledigt. Nach einer kleinen Verschnaufpause schleppen wir uns zur nächsten U-Bahn-Station und fahren zurück ins Hotel. 

Nun ruhen wir uns erst mal ordentlich aus. Am Abend marschieren wir dann aber schon wieder zu Fuß zu einem nahegelegenen Fisch-Restaurant. Dort schlemmen wir ganz leckere Fischgerichte. Zum Ausklang dieses ersten Tages in Boston besuchen wir noch die Bar „Top of the Hub“ im 52. Stock des Prudential Tower und genehmigen uns einen Schlummertrunk mit Blick auf das nächtliche Boston. Heute nacht werden wir hoffentlich gut schlafen! 

Wetter
Unterkunft Copley Square Hotel
47 Huntington Avenue, Boston, MA, 02116
Restaurants

McDonald's
Park Street, Boston, MA, 02116

Famous Atlantic Seafood Company
761 Boylston Street, Boston, MA, 02116

weitere

Links

HotelGuide Boston Gute Übersicht über Hotels in Boston und Umgebung
MBTA Informationen über die öffentlichen Verkehrsmittel in Boston
Boston USA Offizielle Seite des Convention and Visitor-Bureau
Boston Worldweb Travel-Guide für Boston und Umgebung
Diningguide Gute Übersicht über Restaurants in Boston

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 15. Januar 2004